Presseinformationen Februar 2012
Sternfahrt auf Achse ins schöne Zabergäu

Die Bulldog- und Schlepperfreunde Württemberg tuckern mit ihren historischen Traktoren zum "Sonnenhof" nach Meimsheim

Der Der Verein Bulldog- und Schlepperfreunde Württemberg e.V. (BuSF) beginnt die Saison traditionell am 1. Mai mit einer Sternfahrt auf Achse. Das Ziel in diesem Jahr liegt im schönen Zabergäu: Es ist der "Sonnenhof" von Rose und Günther Mayer in Brackenheim-Meimsheim.

Wo sonst die Kunden parken, wenn sie im Hofladen der Mayers einkaufen, werden am 1. Mai bis 10.30 Uhr ca. 100 Oldtimer-Traktoren erwartet. Nach einer Einweisung der Fahrer ist ab 11.00 Uhr der Start frei zur Rundfahrt durch das Stromberggebiet über Dürrenzimmern zum "Hörnle" und zurück.

Das Zabergäu ist uraltes Siedlungsgebiet. Schon vor fünftausend Jahren wurde hier Ackerbau betrieben und die Weinrebe ist nachweislich seit dem 8. Jahrhundert n. Chr. beheimatet. So alt sind die "Viertele" in dieser Gäulandschaft! Kelten, Römer, Alemannen und Franken waren da. Während der Völkerwanderung und im Dreißigjährigen Krieg marschierten die Kriegsherren ebenso auf den Talstraßen und über die Höhenwege wie anno 1848 eine Revolutionsschar unter Friedrich Georg Heuß, einem Urgroßonkel von Theodor Heuss, dem ersten deutschen Bundespräsidenten.

Die Sternfahrer der Bulldog- und Schlepperfreunde Württemberg werden gegen 12.30 Uhr auf dem "Sonnenhof" zurück erwartet.

Der Verein Bulldog- und Schlepperfreunde Württemberg e.V. (www.busf.de) besteht seit dem Jahr 1990. Mit rund 3000 Mitgliedern gehört er zu den größten Oldtimervereinen, die sich für die Erhaltung historischer Landtechnik und bäuerlichen Brauchtums einsetzen. Das Vereinsprogramm umfasst Stammtische, Besuche von Veranstaltungen befreundeter Vereine und Institutionen, Ausfahrten "auf Achse", einen mehrtägigen Jahresausflug sowie alle zwei Jahre – das nächste Mal am 22. und 23. September 2012 in Rutesheim (Kreis Böblingen) – ein großes Bulldog- und Schleppertreffen.

Technisch versierte Mitglieder halten "Schrauberkurse" ab und geben Hilfestellung beim Restaurieren der historischen Fahrzeuge und Maschinen. Aktivitäten für jugendliche Schlepperfreunde und die Zusammenarbeit mit Museen stehen ebenso auf dem Programm wie die Beteiligung an Ausstellungen und Messen oder bei Heimat- und Stadtfesten. Die Vereinszeitschrift "Der Schlepperfreund" (4 Ausgaben pro Jahr, vierfarbig, DIN A 4-Format, ca. 70 Seiten) informiert über Technik- und Firmengeschichte, Restaurierungsarbeiten, erlebnisreiche Schleppertreffen und vieles mehr. Außerdem findet der Leser alle Veranstaltungstermine der Szene und eine Fülle von Kleinanzeigen. Der Verein ist Mitglied im ADAC-Korporativclub

Hinweis für die Redaktion:
Um ein Belegexemplar wird gebeten!

Pressekontakt:
Hubert Flaig
Telefon: (07 11) 2 56 20 77
Fax: (07 11) 2 56 20 78
Mobil: (01 72) 7 13 01 75
E-Mail: hflaig@flaigflaig.de

Irmgard Wehner
Telefon: (07 11) 74 28 23
Fax: (07 11) 7 45 16 50
E-Mail: wehner@busf.de

Alfred Vogel
Telefon: (0 70 44) 3 11 05
Fax: (0 70 44) 90 47 53
Mobil: (01 77) 3 47 01 90
E-Mail: vogel@busf.de

Vorstand:
Jürgen Hummel
Telefon: (0 71 56) 3 93 52
E-Mail: hummel@busf.de

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Historische Antriebe in der Landwirtschaft

Die Bulldog- und Schlepperfreunde Württemberg e.V. präsentieren auf der Retro Classics (22. bis 25. März 2012) eine große Sonderschau in Halle 8

Seit Ulrich Herrmann, Initiator und Organisator der Retro Classics in Stuttgart, die Tore auch für Traktoren geöffnet hat, sind die Bulldog- und Schlepperfreunde Württemberg dabei. Zum 5. Mal repräsentiert der Verein auf dieser internationalen Oldtimermesse vom 22. bis 25. März 2012 die Szene der historischen Traktoren, Maschinen und Geräte aus der Landwirtschaft mit einer großen Sonderschau. Thema in diesem Jahr sind historische Antriebe in der Landwirtschaft. Von der Steinzeit bis ins 19. Jahrhundert haben sich Arbeitsgeräte und Arbeitsprozesse in der Landwirtschaft aus heutiger Sicht nur sehr langsam verändert. Mit der Industrialisierung erreichte die Mechanisierung schlagartig auch die Landwirtschaft.

Viele manuelle Arbeitsgänge wurden nun erstmals von mechanisch angetriebenen Geräten ausgeführt. Die Kräfte zehrenden körperlichen Arbeiten wurden mehr und mehr von Getrieben und Motoren in verschiedensten Maschinen übernommen. Die Ein-Mann-High-Tech-Riesen von heute bilden dabei nur einen vorläufigen Höhepunkt in der Weiterentwicklung.

Die Sonderschau der Bulldog- und Schlepperfreunde Württemberg bietet einen Einblick in die Landtechnik des vorigen Jahrhunderts und zeigt am Beispiel historischer Fahrzeuge und Maschinen die Entwicklung unterschiedlicher Antriebskonzepte zum Dreschen, zur Bodenbearbeitung oder zur Ernte und Verarbeitung von Feldfrüchten wie z. B. Rüben und Kartoffeln. Dabei gibt es auch einen großen Aktionsbereich mit allerlei Vorführungen. Hier können die Besucher "in echt" erleben, welche Maschinen womit zum Laufen gebracht wurden.

Informationen zum Verein
Der Verein Bulldog- und Schlepperfreunde Württemberg e.V. wurde 1990 von 60 Spontanmitgliedern gegründet und ist im Vereinsregister Vaihingen/Enz als gemeinnützig eingetragen. Der Vereinssitz ist Eberdingen. Mit nahezu 3000 Mitgliedern gehören die Bulldog- und Schlepperfreunde Württemberg zu den größten Vereinen, die sich für die Erhaltung historischer Landtechnik und landwirtschaftlichen Brauchtums einsetzen. Die Mitglieder kommen aus der ganzen Bundesrepublik und dem benachbarten Ausland. Einige sind sogar in Australien und Kanada zuhause.

Zum Vereinsprogramm gehören Stammtische und der Besuch von Veranstaltungen befreundeter Vereine und Institutionen, Ausfahrten "auf Achse", ein mehrtägiger Jahresausflug sowie alle zwei Jahre – das nächste Mal am 22. und 23. September 2012 – ein großes Bulldog- und Schleppertreffen mit rund 10.000 Besuchern und über 500 Fahrzeugen und Maschinen.

Mehrmals im Jahr finden "Schrauberkurse" statt, bei denen technisch versierte Mitglieder Hilfestellung zum Reparieren historischer landwirtschaftlicher Fahrzeuge geben. Außerdem bietet der Verein kompetente technische Beratung durch spezielle Typenreferenten sowie besondere Aktivitäten für jugendliche Schlepperfreunde. Man beteiligt sich an Ausstellungen und Messen wie zum Beispiel die Oldtimermesse Retro Classics, sucht die Zusammenarbeit mit Museen, leistet einen Beitrag bei Heimat- und Stadtfesten.

Wichtige Foren sind die Vereinszeitschrift "Der Schlepperfreund" und das Internet: www.busf.de. Der Vereinsbeitrag für Einzelmitglieder beträgt € 35,- pro Jahr. Für Jugendliche bis zur Vollendung des 20. Lebensjahres ist eine Jugendmitgliedschaft für € 25,- möglich. Die Familienmitgliedschaft beträgt € 45,-. Darin enthalten ist die kostenlose Zusendung der Vereinszeitschrift "Der Schlepperfreund" (4 Ausgaben pro Jahr) mit Insiderdetails zu Technik- und Firmengeschichten, Berichten über Restaurierungsarbeiten oder erlebnisreiche Schleppertreffen, allen Veranstaltungsterminen der Szene und einer Fülle von Kleinanzeigen.

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Lanz-Bulldog D 7506, Baujahr 1940

Eigentümer:
Alfred Vogel, Ehrenvorsitzender der Bulldog- und Schlepperfreunde Württemberg e.V.

Hersteller: Heinrich Lanz AG, Mannheim
Typ: D 7506
Baujahr: 1940
Motor:
1-Zylinder-Zweitakt-Mitteldruck-Glühkopfmotor
Leistung: 25 PS bei 750 U/min
Hubraum: 4733 cm³
Leergewicht: 2250 kg
Getriebe mit Stufenschaltung:
vorwärts: 2 x 3 Gänge, rückwärts: 2 x 1 Gänge
Treibstoff: Diesel bzw. Bio-Diesel
Tankinhalt: 50 Liter
Schmierung: Bosch-Öler

Bei dem Lanz D 7506 handelt es sich um einen Ackerluft-Bulldog (luftbereifter Ackerbulldog) aus dem Baujahr 1940, den die deutsche Wehrmacht während des Zweiten Weltkrieges im Osten als Versorgungsschlepper eingesetzt hatte. Nach Kriegsende war er etliche Monate stillgelegt und wurde dann bis etwa 1966 im Raum Leipzig in der Landwirtschaft genutzt, und zwar von Eduard Beil, der in Göbschelwitz einen Hof mit etwa 26 Hektar Ackerfläche bewirtschaftete.

Eduard Beil ist 1989 verstorben, aber sein Sohn Helmut erinnert sich genau, wie der Vater damals zu dem Bulldog kam. Er berichtet: "Meine Eltern waren mit drei Brüdern namens Morgenschweiß befreundet, die in der Dortmunder Straße in Leipzig eine Reparaturwerkstatt betrieben. Sie hatten ein Abstellgleis in Leipzig entdeckt, auf dem ein Lanz Bulldog 25 PS stand. Er war für das Militär gelb gespritzt worden und sollte nach dem Krieg in der Ukraine eingesetzt werden. Die Maschine stand aber immer noch in Wartestellung und so kam 1946 ein Kaufvertrag zustande. Der damals noch eisenbereifte Traktor wurde erst 10 Jahre später mit Gummirädern versehen. Die Maschine stand uns 20 Jahre immer treu zur Seite, und es gab keinerlei Ausfälle durch Reparaturen. 1966 wurden wir zum Beitritt in die LPG gezwungen, was zur Folge hatte, dass der Platz für den Bulldog und die Zeit für die Pflege nicht mehr da waren. So entschlossen wir uns, die Maschine an Familie Gerlach, unsere Bekannten im Erzgebirge, zu verkaufen in der Hoffnung, ihn dort bei unseren regelmäßigen Besuchen immer wieder sehen zu können.

Dies hatte viele Jahre auch geklappt, bis wir schließlich ein Jahr nach der Wende unseren Bulldog nicht mehr vorfanden. Die Gerlachs hatten ihn gegen einen Hanomag eingetauscht."

Alfred Vogel hat den Bulldog bei einem Bauern in Rutesheim aufgespürt, gekauft und in den Jahren 1996/1997 restauriert. Geholfen haben ihm dabei die Lanz- Spezialisten Walter Enz aus Eberdingen und der inzwischen verstorbene Sepp Ruprecht. Seit 1998 hat der Lanz D 7506 die Straßenzulassung als "Historischen Fahrzeug".

"Dieser Bulldog war mein ganzer Stolz", bekennt Helmut Beil. "Ich hatte ihn schon vom 10. Lebensjahr an gefahren und bin froh, dass er jetzt in den guten Händen eines Bulldog-Liebhabers ist."

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Lanz-Bulldog D 7506, Baujahr 1936

Eigentümer:
Gustav Reichert, langjähriges Mitglied im Verein Bulldog- und Schlepperfreunde Württemberg e.V.

Hersteller: Heinrich Lanz AG, Mannheim
Typ: D 7506
Baujahr: 1936
Motor:
1-Zylinder-Zweitakt-Mitteldruck-Glühkopfmotor
Leistung: 25 PS bei 750 U/min
Hubraum: 4733 cm³
Leergewicht: 2530 kg
Getriebe mit Stufenschaltung:
vorwärts: 2 x 3 Gänge, rückwärts: 2 x 1 Gänge
Treibstoff: Diesel, auch Petroleum und Schieferöl
Tankinhalt: 50 Liter
Höchstgeschwindigkeit: 20 km/h
Listenpreis: 4.570 Reichsmark

Der Schlepperexperte und Buchautor Michael Bach bezeichnete den 20-PS-Ackerbulldog D 7506 einmal als "wirkliche Sensation, absolut original und unverbastelt". Aber die Maschine ist nicht nur eine technische Rarität, sondern sie hat auch eine spannende "Lebensgeschichte". Die heutigen Besitzer, Renate und Gustav Reichert, sind auf Spurensuche gegangen und haben interessante Einzelheiten erfahren.

1936 in der Mannheimer Traktorenschmiede gebaut und im August desselben Jahres in Vaihingen/Enz mit dem polizeilichen Kennzeichen III E-2813 auf August Bausch zugelassen, tat der Bulldog fast zehn Jahre lang zuverlässig seinen Dienst und erleichterte dem Landwirt mancherlei Arbeit. Doch August Bausch erging es wie vielen anderen Traktorbesitzern auch: Noch wenige Wochen bevor mit der bedingungslosen Kapitulation am 9. Mai 1945 der zweite Weltkrieg zu Ende war, requirierte die Deutsche Wehrmacht seinen Lanz D 7506.

Nachdem August Bauschs Sohn Adolf im Dezember 1945 zusammen mit seinem Schulfreund Fritz aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft heimgekehrt war (beide hatten sich zufällig im Gefangenenlager getroffen), begann die Suche nach dem verschleppten Bulldog. Ein Hinweis von eben diesem Schulfreund führte nach Landsberg am Lech. Gemeinsam machten sie sich auf den Weg nach Oberbayern – teils zu Fuß, teils mit der Bahn –, um den Bulldog auf Achse nach Hause zu fahren. Eine andere Wahl hatten sie nicht. Ihre hartnäckigen Bemühungen, die Maschine auf einen Zug zu verladen und so von Landsberg nach Vaihingen/Enz zu transportieren, waren erfolglos und andere Möglichkeiten taten sich ebenfalls nicht auf.

Es war eine mühselige Rückreise. Alle fünf Kilometer wechselten sich Adolf und Fritz am Lenkrad ab: einer ist gefahren, der andere musste laufen. Sie hatten das heimatliche Ziel schon fast erreicht, da gab es einen Unfall mit einer Fahrzeugkolonne amerikanischer Besatzungssoldaten. Ein Lkw erwischte in der Dunkelheit den unbeleuchteten Traktor und schob ihn in den Straßengraben. Das Chaos war perfekt, die Aufregung groß.

Die Vorderachse des Bulldogs war total verbogen, die des Lkw komplett herausgerissen, worauf die Amerikaner mit einer Anzeige drohten.

Adolf Bausch organisierte ein Ochsengespann, mit dem der beschädigte Traktor anderntags zu einer Werkstatt in Vaihingen/Enz geschleppt wurde. Jetzt stellte sich die Frage nach einer neuen Vorderachse und diversen Kleinteilen. Mit etwas Geld und einer Aktentasche voller Dosenwurst und Zigarren fuhren Adolf und sein Freund Fritz nach Mannheim zur "Traktorenschmiede" Lanz, um dort eine Achse einzuschachern. Sie hatten Glück. Bei der Heimreise mit Bus und Bahn transportierten die beiden das schwere Teil bis zur Reparaturwerkstatt auf ihren Schultern.

Adolf Bausch hat auf seinem Hof in Vaihingen/Enz bis 1950 mit dem Lanz D 7506 gearbeitet. Danach fristete der Bulldog Jahrzehnte lang ein Scheunendasein – mit zwei Unterbrechungen: Etwa 1975 wollte Adolf Bausch wissen, ob die Maschine überhaupt noch anspringt. Er hat sie auf Anhieb zum Laufen gebracht. Wenig später hat der Bulldog in einer Ausstellung bei "Lanzdoktor" Walter Enz in Hochdorf- Eberdingen ein neugieriges Publikum begeistert. Seit dem Jahr 2004 ist der Lanz- Bulldog D 7506 im Besitz der Familie Reichert in Pulverdingen. Dort wird die Rarität bestens gepflegt und ist immer wieder Schmuckstück diverser Ausstellungen.

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Zur Geschichte der Lanz-Bulldogs

Die Firma Heinrich Lanz Mannheim stellte 1921 auf der Landwirtschaftsausstellung in Leipzig den ersten Rohölschlepper der Welt vor, den Lanz-Bulldog HL 12 mit Einzylinder-Glühkopfmotor und 12 PS Leistung. Die sensationelle Entwicklung geht auf Dr.-Ing. Fritz Huber (1881 – 1942) zurück, der als "Vater des Bulldogs" in die Traktorengeschichte eingegangen ist. Glühkopfmotoren sind einfach im Aufbau und in der Bedienung, sie haben eine lange Lebensdauer und vertragen vielerlei Brennstoffe. Die Bezeichnung "Bulldog" erhielt der Schlepper, weil seine bullige und gedrungene Form an eine Bulldogge erinnert.

1923 stellt Huber mit der Bezeichnung HP einen Bulldog mit Allradantrieb und Knicklenkung vor, eine Maschine, die ihrer Zeit technisch um Jahrzehnte voraus war. Es folgt die Entwicklung des 8-PS-Mops HM und des Felddank mit stehend montiertem 2-Zylinder-Glühkopfmotor. Als geeignete Brennstoffe werden in den damaligen Prospekten genannt: "Braunkohlenteer-Gasöl, mineralisches Gasöl, vegetabile und animalische Öle, Petroleum". Der Bulldog-Motor war ein echter "Allesfresser".

Mit einer wagemutigen Leistungsfahrt beweist die Heinrich Lanz AG im November 1924 die Robustheit und Wirtschaftlichkeit ihrer Maschinen. Drei HL 12-Bulldogs (12 PS) und ein Felddank (38 PS) fahren Tag und Nacht ohne Unterbrechung von Mannheim nach Berlin. Nach etwa 400 Stunden und 1010 zurückgelegten Kilometern treffen die Fahrzeuge am 27. November in Berlin ein – ohne Panne Unfall oder Motorschaden. Mit seinem HL12 aus dem Produktionsjahr 1922 hat Walter Enz, Ehrenvorsitzender der Bulldog- und Schlepperfreunde Württemberg e.V. die Mannheim- Berlin-Fahrt im Juni 1994 wiederholt. Anlass war das 70-jährige Jubiläum dieses technischen Abenteuers. Auch er und seine vier Mitstreiter sind nach 22 Tagen wohlbehalten in Berlin angekommen.

Angesichts der 1929 einsetzenden Weltwirtschaftskrise blieben die erhofften Verkaufserfolge aus – vom Felddank beispielsweise wurden nur 800 Stück gefertigt. Eine einfachere und preisgünstigere Bulldog-Variante war gefragt. So kommt ab 1926 mit der HR-Reihe ein Bulldog-Typ auf den Markt, der kostengünstiger produziert werden kann. 1939 umfasst das Bulldog-Programm sechs Grundtypen (15, 20, 25, 35, 45, 55 PS) in mehreren Ausführungen, wie z.B. Ackerbulldogs eisenbereift, Ackerbulldogs luftbereift, Verkehrs- und Eilbulldogs sowie eine Allzweckausführung.

Wegen der kriegsbedingten Brennstoffknappheit wird 1942 per Gesetz verordnet, dass Bulldogs nur noch mit Holzvergaserantrieb gebaut werden dürfen. Der Krieg trifft Lanz schwer, aber in den Trümmern geht es weiter und die Produktion wird mit den vorhandenen Mitteln schnell wieder aufgenommen. Es werden weiterhin Glühkopf- Bulldogs gebaut, doch ihr Ende zeichnet sich ab. Der Glühkopfmotor verbraucht zu viel Kraftstoff.

1955 bietet Lanz vier Bulldog-Typen (16 bis 28 PS) mit neu entwickelten, einzylindrigen, Zweitakt-Volldieselmotoren an. 1956 wird der 200.000ste Bulldog gebaut. Im gleichen Jahr erwirbt die amerikanische Firma John Deere die Aktienmehrheit an der Heinrich Lanz AG. Im darauf folgenden Jahr wird die letzte Lanz-Konstruktion, der D 4016 mit 40 PS vorgestellt. 1960, ein Jahr nachdem in Mannheim das 100-jährige Bestehen des Lanz-Werkes gefeiert wurde, ändert sich der Firmenname. Die "Heinrich Lanz AG Mannheim" firmiert um in "John Deere-Lanz AG". Die Bulldog-Produktion endet. Als dann 1967 der Firmenname in "John Deere Werke Mannheim, Zweigniederlassung der Deere & Company" umbenannt wird, ist die Ära Heinrich Lanz Mannheim endgültig Geschichte.

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Ein innovativer Verein:
Die Bulldog- und Schlepperfreunde Württemberg e. V.

Haben Sie Interesse an Traktoren und historischer Landtechnik? Dann ist die richtige Adresse: Bulldog- und Schlepperfreunde Württemberg e.V., abgekürzt BuSF. Der Verein ist Plattform für alle, die Spaß und Freude an und mit Oldtimer-Traktoren haben – ein anspruchsvolles Hobby, das technischen Sachverstand erfordert und viel Freizeit.

Gerade mal 20 Jahre alt, ist der Verein der Bulldog- und Schlepperfreunde Württemberg ein vergleichsweise junger Verein. Aber mit derzeit rund 3000 Mitgliedern zählt er zu den größten Vereinen in Deutschland, die sich für die Erhaltung historischer Landtechnik und landwirtschaftlichen Brauchtums einsetzen. Gegründet wurde der Verein Bulldog- und Schlepperfreunde Württemberg e.V. im Februar 1990 in Hochdorf bei Vaihingen/Enz. Tragende Person und lange Jahre 1. Vorsitzender war der Landmaschinenmechanikermeister Walter Enz, ein Sammler der ersten Stunde. Heute ist er Ehrenvorsitzender des Vereins.

Die Vereinsmitglieder sind im gesamten Bundesgebiet im benachbarten Ausland zuhause, sogar Schlepperfreunde aus Australien und Kanada gehören dazu. So vielfältig wie ihre Länder- und Staatszugehörigkeit, so unterschiedlich sind auch die Berufe: Landwirt und Rechtsanwalt, Arzt und Handwerker, Kaufmann und Ingenieur – selbst ein Kloster ist als Mitglied eingetragen. Erklärtes Ziel der Bulldog- und Schlepperfreunde ist die Erhaltung historischer Landtechnik, wobei der Schwerpunkt auf der Erhaltung von Traktoren und motorisierten Arbeits- und Erntegeräten liegt. Dazu gibt der Verein, der im Vereinsregister Vaihingen/Enz als gemeinnützig eingetragen ist, viel Unterstützung.

Etwa 40 Typenreferenten helfen weiter, wenn es um Fragen und Probleme zur Technik bei den historischen Traktoren geht. Sie kennen die Geschichte der Herstellerfirmen, leisten kompetente Beratung bei Restaurierungs- und Instandsetzungsarbeiten, geben Tipps und Hinweise zur Beschaffung von Ersatzteilen. Mehrmals im Jahr finden so genannte Schrauberkurse statt. Das sind spezielle Technikkurse, bei denen sich technisch versierte Mitglieder als Referenten zur Verfügung stellen und Themen behandeln, die beim Reparieren immer wieder Kopfzerbrechen bereiten. Auf dem Programm stehen zum Beispiel das Instandsetzen von Einspritzpumpen, Bremsen, Lichtmaschinen und Anlasser, Blechbearbeitung oder die mitunter recht problematische Kraftfahrzeug-Elektrik.

Kontakte sind wichtig für die Schlepperfreunde. Sie auszubauen und zu pflegen ist Programm. Beispiele dafür sind Stammtische und Treffen mit Gleichgesinnten, gemeinsame Ausflüge oder Ausfahrten "auf eigener Achse" und natürlich die Teilnahme an Bulldog- und Schleppertreffen im ganzen Land. "Dass wir die Veranstaltungen befreundeter Vereine und Institutionen besuchen, ist selbstverständlich" sagt Alfred Vogel, "außerdem suchen wir die Zusammenarbeit mit Museen und leisten einen Beitrag bei Heimat- und Stadtfesten wie zum Beispiel bei den Pferdemärkten in Leonberg und Bietigheim."

Die aktive Beteiligung an großen Oldtimer-Messen steht ebenfalls im Aufgabenkatalog der Bulldog- und Schlepperfreunde Württemberg. Herausragendes Beispiel ist der große Auftritt bei der Retro Classics auf der Neuen Messe Stuttgart. Alfred Vogel: "Auf über 1600 Quadratmetern Hallenfläche waren wir mit einer Sonderschau zum Thema ‚Technik im Weinberg’ vertreten. Etwa ein Drittel der 100 gezeigten Fahrzeuge, Maschinen und Geräte befanden sich im Originalzustand, alle anderen Exponate waren vorbildlich restauriert. Und obwohl die meisten Fahrzeuge und Geräte 60 Jahre und älter sind, waren sie allesamt funktionstüchtig." Bei vielen anderen regionalen Oldtimer-Messen und -Märkten präsentiert sich der Verein mit einem attraktiven Infostand.

Die Jugendarbeit hat für den Vereinsvorstand einen ganz besonderen Stellenwert. "Wir müssen die Jugendlichen an die kulturelle Leistung unserer Vorfahren heranführen", sagt Vogel. "Die Fahrzeuge und Geräte, die früher in der Landwirtschaft und angrenzenden Bereichen verwendet wurden, dürfen nicht in Vergessenheit geraten. Unsere Aufgabe ist es, die heranwachsende Generation für unser Hobby zu begeistern, damit auch sie ihr Wissen wieder weitergeben können."

Wichtige Bindeglieder sind "Der Schlepperfreund", die professionell gestaltete Vereinszeitschrift und das Internet. Dort stehen auch die Termine der zahlreichen Veranstaltungen und Aktivitäten der Bulldog- und Schlepperszene. Sie werden zusammengetragen während der jährlichen Arbeitssitzung des Bundesverbands Historische Landtechnik Deutschland (BHLD), vormals IG Hammelburg. Sprecher ist Alfred Vogel, der 1. Vorstand der BuSF. Er weist darauf hin: "Wir stellen diese Terminliste allen einschlägigen Medien kostenlos für die Veröffentlichung zur Verfügung."

Höhepunkt im Vereinsjahr 2010 ist das große Bulldog- und Schleppertreffen am 31. Juli und 1. August. Es steht unter dem Motto "20 Jahre Bulldog- und Schlepperfreunde Württemberg e.V.". Veranstaltungsort ist der Verkehrsübungsplatz der Verkehrswacht in Vaihingen/Enz, Walter-de-Pay-Straße 26. "Wir rechnen mit zirka 500 Oldtimer-Traktoren. An beiden Tagen können die Besucher historische Landtechnik hautnah erleben", verspricht Alfred Vogel und hofft, "dass wir bei unserem Jubiläumstreffen viele neue Mitglieder gewinnen".

Der Beitrag für Einzelmitglieder beträgt € 35,- pro Jahr. Für Jugendliche bis zur Vollendung des 20. Lebensjahres ist eine Jugendmitgliedschaft für € 25,- möglich. Die Familienmitgliedschaft beträgt € 45,- pro Jahr. Darin enthalten ist die kostenlose Zusendung der Vereinszeitschrift "Der Schlepperfreund" (4 Ausgaben pro Jahr) mit Insiderdetails zu Technik- und Firmengeschichten, Berichten über Restaurierungsarbeiten oder erlebnisreiche Schleppertreffen, allen Veranstaltungsterminen der Szene und einer Fülle von Kleinanzeigen.

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Hilfe zur Selbsthilfe:
Umfassende Technikberatung und Schrauberkurse, bei denen es zur Sache geht

Der Umgang mit historischer Landtechnik erfordert viel technischen Sachverstand. Was tun, wenn der geliebte Oldie streikt und keinen Mucks mehr macht? Elektronische Diagnosegeräte nützen da nicht viel und Reparaturwerkstätten alten Schlags gibt es kaum noch. Da ist "Do it yourself" angesagt.

Hier bietet der Verein der Bulldog- und Schlepperfreunde Württemberg e.V. einen einmaligen Service für seine Mitglieder. In jeder Ausgabe der Vereinszeitschrift "Der Schlepperfreund" wird eine Liste mit Namen und Anschrift von etwa 40 Typenreferenten veröffentlicht. Sie helfen weiter bei Fragen und Problemen zur Technik an Oldtimer-Traktoren und geben Hinweise zur Beschaffung von Ersatzteilen. Diesen fachmännischen Rat gibt es für viele Marken.

Besonders gefragt sind die "Schrauberkurse", die der Verein seit jeher anbietet. Dabei vermitteln versierte Referenten ihren Schlepperfreund-Kollegen ein solides Grundlagenwissen, damit sie an ihre Oldtimer auch selbst Hand anlegen können. Bei den Schrauberkursen geht es richtig zur Sache. Zum Beispiel, wenn die Kursteilnehmer einen Schleppermotor zerlegen, reparieren und wieder montieren müssen, aber auch, wenn es um die Überholung von Zylinderköpfen geht, um Einspritzpumpen, Bremsen, Lichtmaschinen, Anlasser, die Fahrzeugelektrik oder Blechbearbeitung.

Die Kurse kommen bei den Vereinsmitgliedern sehr gut an und sind schnell ausgebucht. "Die Nachfrage ist oftmals so groß, dass wir eine Wiederholung anbieten. Wir versuchen auch immer, den einen oder anderen ‚alten Hasen’ dabei zu haben, denn von ihnen kann man so manchen einfachen wie auch trickreichen Kniff lernen" sagt Bernd Dietrich, der die Schrauberkurse koordiniert. Das Kursangebot lässt sich aber nur durchhalten, weil engagierte Vereinsmitglieder bereit sind, den geeigneten Platz zur Verfügung zu stellen, das nötige Material mitzubringen oder selbst als Referent aufzutreten. Schrauberkurse und Typenreferenten – beides sind eindrucksvolle Beispiele für die Hilfe zur Selbsthilfe.

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 Technikkurse
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